
Destatis: Preise für Erdölprodukte in Deutschland seit 2025 um 50 Prozent gestiegen

Die Preise für Erdölprodukte sind in Deutschland innerhalb eines Jahres um mehr als 50 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mitteilte. Die auf der Homepage der Behörde veröffentlichten Zahlen bestätigen diese drastische Entwicklung: Die Erzeugerpreise für Mineralölerzeugnisse lagen im September 2026 um 51,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat September 2025.
Im Vergleich zum Vormonat August sind die Preise für Erdölprodukte im September um 8,2 Prozent gestiegen.

Besonders drastisch war der Preisanstieg beim Leichten Heizöl (+91,8 Prozent), Rohbenzin (Naphtha) (+53,8 Prozent) und den Kraftstoffen Benzin und Diesel (+48,6 Prozent). Ebenfalls im Vergleich zum September 2025 stiegen die Preise für Erdgas für alle Verbrauchergruppen um 15 Prozent und die Preise für Strom um 8,2 Prozent. In der Summe war Energie im September um 14,9 Prozent teurer als noch vor einem Jahr.
Als Hauptauslöser dieser massiven Teuerungswelle werden in der Pressemitteilung die anhaltenden Kriegshandlungen in Iran und im Nahen Osten genannt, die zu massiven Preissprüngen auf den Energiemärkten geführt haben. Aufgrund des Konflikts zwischen den USA und Iran ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus praktisch zum Erliegen gekommen. Dies ist eine wichtige Versorgungsroute für den Weltmarkt für Erdöl, Erdölprodukte und Flüssigerdgas. Infolgedessen sind die Kraftstoffpreise in den meisten Ländern der Welt gestiegen.
Zudem haben die EU und Deutschland weitgehend auf den Import günstigen russischen Erdgases verzichtet und sanktionieren russische Ölimporte, sodass keine preisgünstigen Alternativen für mineralische Energieträger aus dem Persischen Golf mehr zur Verfügung stehen.
Die extremen Steigerungen auf Erzeugerebene schlagen direkt auf die nachgelagerten Wirtschaftsstufen und die Verbraucher durch. Wie Destatis in einer weiteren Pressemitteilung am Dienstag bekannt gab, waren die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im September 2026 um 6,7 Prozent höher als im September 2025. Das, so die Behörde, war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit März 2023.
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