Lateinamerika

Akuter Wassermangel in Uruguay: 63 Prozent der Bürger mit Management der Regierung unzufrieden

Uruguay erlebt eine Wasserkrise. Besonders betroffen sind Montevideo und der Großraum um die Hauptstadt des südamerikanischen Landes. Die sinkende Wasserqualität und weitere Folgen beunruhigen die Bevölkerung, die das Krisenmanagement der Regierung als schlecht bewertet.
Akuter Wassermangel in Uruguay: 63 Prozent der Bürger mit Management der Regierung unzufriedenQuelle: www.globallookpress.com © Nicolas Celaya / XinHua

Die Dürre und der niedrige Pegelstand in Wasserreservoirs haben in Uruguay einen akuten Wassermangel ausgelöst. Besonders betroffen sind Montevideo und der Großraum um die Hauptstadt des südamerikanischen Landes. Die Bevölkerung macht sich sorgen um die Qualität des Leitungswassers und befürchtet, dass es bald nicht mehr trinkbar sein wird. Auch die heimische Landwirtschaft leidet sehr unter dem Wassermangel.

Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Factum, die die örtliche Zeitung El País veröffentlicht hat, deutet darauf hin, dass die Wasserkrise außerdem Auswirkungen auf das Image der Regierung von Präsident Luis Alberto Lacalle Pou hat. Demnach finden 63 Prozent der Bürger das Krisenmanagement des Staates mangelhaft. Während 29 Prozent der Befragten es mit "schlecht" benoten, stellen 34 Prozent der Regierung ein "sehr schlechtes" Zeugnis aus. Drei Prozent halten die Handlungsweise der Behörden für "sehr gut" und 27 Prozent für "gut". Zwei Prozent der Bürger zeigen sich dem Problem gegenüber "neutral", fünf Prozent äußern sich nicht.

Gleichzeitig sehen nur 15 Prozent der Befragten allein die Regierung von Lacalle Pou für die Krise verantwortlich, weil sie das Projekt eines Staudamms in der Gemeinde Casupá suspendiert hat. Weitere 31 Prozent machen allein die vorigen Regierungen verantwortlich, während 41 Prozent sowohl die amtierende als auch die vorigen Regierungen in der Verantwortung sehen. Elf Prozent sind der Meinung, dass es sich dabei um ein Naturphänomen handelt. Zwei Prozent äußern sich nicht.

Inzwischen hat der frühere Präsident José Mujica anerkannt, dass auch seine Regierung für den akuten Wassermangel im Großraum Montevideo verantwortlich ist. Keine der Regierungen habe in den vergangenen Jahrzehnten Maßnahmen getroffen, um diese Krise zu verhindern, so der 88-Jährige.

Die Veröffentlichung der Umfrage fällt mit der Verschärfung des Wassermangels zusammen. Die Behörden warnen davor, dass das trinkbare Leitungswasser in Montevideo und Umgebung in zehn Tagen ausgehen könnte. Demnach bleiben in den Wasserreservoirs in Paso Severino nur noch 1.173.573 Kubikmeter Wasser, wobei täglich 80.000 Kubikmeter verbraucht werden.

Unterdessen weist das Wasser, das in die Haushalte eingespeist wird, hohe Werte an Chlor und Natrium auf, die über den Grenzwerten liegen, bei denen das Wasser noch als trinkbar gelten kann. In Bezug auf Chlor sind es zwischen 785 und 845 Milligramm pro Liter bei maximal zulässigen 720 Milligramm. In Bezug auf Natrium sind es 468 Milligramm pro Liter bei maximal zulässigen 440 Milligramm.

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