Russland

Forscher: Verluste durch das Abschmelzen des Arktiseises wären enorm

Wissenschaftler beschäftigen sich intensiv mit der Erforschung der Arktis und schlagen nun Alarm: Das bereits festgestellte Auftauen des Permafrostbodens könnte Schäden in Höhe von mehreren Billionen Rubel verursachen. Es sei höchste Zeit, dem entgegenzuwirken.
Forscher: Verluste durch das Abschmelzen des Arktiseises wären enormQuelle: Sputnik © RIA Nowosti / Ilja Timin

Es ist wichtig, die Veränderungen des Permafrostbodens in der Arktis zu beobachten, da die negativen Auswirkungen des Auftauens des gefrorenen Bodens auf Billionen Rubel geschätzt werden. Dies erklärte der Direktor des Arktis- und Antarktis-Forschungsinstituts und Professor der Russischen Akademie der Wissenschaften, Alexander Makarow.

Makarow ist mit der Arktis bestens vertraut. Er ist als Leiter groß angelegter Polarexpeditionen bekannt, deren Ziel die Erforschung des uralten Eises der Antarktis und die Rekonstruktion der Klimageschichte der Erde ist. Heute widmet sich das von ihm geleitete Institut einer wichtigen Aufgabe: der Gewährleistung einer ganzjährigen Schifffahrt auf der Nordostpassage. Dabei setzt es sich äußerst ehrgeizige Ziele – nicht mehr und nicht weniger als die Einrichtung einer regelmäßigen, ganzjährigen Schiffsverbindung von Sankt Petersburg nach Wladiwostok, einer neuen Hauptverkehrsader des weltweiten Logistiksystems.

"So etwas gab es noch nie", bemerkt Makarow. "Traditionell konzentrierte sich die gesamte Schifffahrt auf den westlichen Sektor – also die Kara- und die Barentssee. Die Eisverhältnisse in diesem Gebiet sind vergleichsweise günstiger als im östlichen Sektor. Im Osten der Arktis gab es keine Winterschifffahrt, dort herrscht sehr schweres Eis. Doch die Situation ändert sich. Es wurde ein ganzes System geschaffen, das es Schiffen ermöglicht, die Nordostpassage sicher zu durchqueren."

Die neuen Herausforderungen bergen jedoch auch neue Gefahren – die Zunahme des Schiffsverkehrs in der Arktis wird sich unweigerlich auf das empfindliche Ökosystem der Region auswirken. Daher ist es wichtig, den ökologischen Zustand der Gewässer der Nordostpassage zu überwachen, betont Alexander Makarow. Er fordert, "bereits jetzt" mit einer regelmäßigen Beobachtung der Lage zu beginnen. Die gleiche kontinuierliche Überwachung sei auch für den Zustand des Permafrostbodens erforderlich, warnt der Wissenschaftler. Denn die Situation dort sei faktisch eine Zeitbombe. Im Gespräch mit der Agentur TASS betont der Forscher:

"Die negativen Auswirkungen der Eisschmelze im Boden werden auf Billionen Rubel geschätzt. Um noch größere Verluste in der Zukunft zu vermeiden, muss bereits jetzt gehandelt werden. Unser Institut hat die Aufgabe, ein staatliches Hintergrundüberwachungssystem für den Zustand des mehrjährigen Permafrosts aufzubauen, das eine objektive Bewertung des aktuellen Zustands und zukünftiger Veränderungen der Kryolithzone Russlands ermöglichen wird. Mehr als die Hälfte der Messstationen des Beobachtungssystems ist bereits in Betrieb genommen worden."

Russische Wissenschaftler analysieren bereits die eingehenden Daten und bewerten das Tempo des Permafrostabbaus in verschiedenen Regionen. Dies wird dazu beitragen, Projekte für neue Anlagen der Küsteninfrastruktur der Nordostpassage fachgerecht zu planen. Die wichtigste Aufgabe dabei ist es, die am stärksten gefährdeten Gebiete zu identifizieren, um die weiteren Arbeiten vorantreiben zu können.

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