Österreich

Kickl warnt vor "bösem Erwachen" und kritisiert Österreichs Ukraine-Kurs

Herbert Kickl hat zum Auftakt seiner Herbsttour Migration und die Unterstützung der Ukraine ins Zentrum seiner Kritik gestellt. Er sprach von "importierten" Drogendealern, Messerstechern und Terroristen und warf ÖVP, SPÖ, Grünen und NEOS vor, dafür keine Verantwortung zu übernehmen. Zugleich griff er die Sanktionspolitik der EU und die Ukraine-Hilfe an. In Kärnten setzte er seine Angriffe auf die Regierung fort.
Kickl warnt vor "bösem Erwachen" und kritisiert Österreichs Ukraine-KursQuelle: Legion-media.ru © photonews.at

Herbert Kickl hat am Samstag in Osttirol seine Herbsttour begonnen. Im Tauerncenter in Matrei griff der FPÖ-Chef die Bundesregierung wegen Migration, Energiepreisen, Teuerung und der Unterstützung der Ukraine an. Rund 300 Menschen kamen laut ORF zu der Veranstaltung. Am Abend setzte Kickl seine Tour in Feistritz an der Drau in Kärnten fort.

Die Tour steht unter dem Titel "Wir sind für Euch da" und ist Teil des "Heimatherbsts 2026". Bis zum Neutralitätsfest am 26. Oktober in Wien sind zehn Veranstaltungen geplant. Begleitet wird Kickl unter anderem von FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz und dem Tiroler Landesparteiobmann Markus Abwerzger. In Matrei war auch der Osttiroler FPÖ-Nationalratsabgeordnete Gerald Hauser dabei.

In seiner Rede griff Kickl die Bundesregierung vor allem bei der Migrationspolitik an. Er sprach von "importierten" Drogendealern, Messerstechern und Terroristen und fragte, wer von ÖVP, SPÖ, Grünen und NEOS dafür die Verantwortung übernehme. Bei den Verantwortlichen werde es dann "ganz still", sagte der FPÖ-Chef.

Auch die Energiepreise rückte Kickl ins Zentrum. Er warnte vor einem "bösen Erwachen" im kommenden Winter und kritisierte die Strompreisbremse als unzureichend. Seine Aussage, Strom sei "um 50 Prozent teurer als vor einem Jahr", ist allerdings nicht mit einem pauschalen Anstieg der Stromrechnung österreichischer Haushalte gleichzusetzen. Die Preise am Großhandelsmarkt sind gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Bei den Endkunden hängt die Entwicklung dagegen vom Anbieter, Tarif und Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ab.

Kickl machte für die gestiegenen Preise auch die Sanktionen gegen Russland, die EU und die Unterstützung der Ukraine verantwortlich. Die von der Bundesregierung beschlossenen Entlastungsmaßnahmen bezeichnete er als "bestenfalls einen Witz". In Feistritz an der Drau setzte er diese Argumentation fort und warf der Regierung vor, die Interessen von Migranten, der EU, der Ukraine und der NATO über jene der österreichischen Bevölkerung zu stellen.

Auch Pensionen und Familienleistungen waren Thema. Die Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS versucht, das österreichische Budget zu konsolidieren. Mehrere Familienleistungen bleiben bis Ende 2028 auf dem bisherigen Niveau. Bei den Pensionen fällt die Erhöhung für 2027 nach den derzeit bekannten Plänen geringer aus als die erwartete Inflation. Kickl sieht darin einen weiteren Kaufkraftverlust für die Bevölkerung.

Der Auftakt in Matrei war nicht nur ein politischer Auftritt, sondern auch als Volksfest angelegt. Zum Programm gehörten auch ein Gemüsetraktor und ein Scherenschleifer. Nach Osttirol ging es am Abend nach Feistritz an der Drau, wo das Gemeinschaftshaus laut Berichten voll war.

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