Kurzclips

Genug von den "reaktionären Werten" in Russland: Botschafter Lambsdorff geht nach Tel Aviv

In einem Online-Interview mit der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) hat der scheidende deutsche Botschafter Alexander Graf Lambsdorff Bilanz über seine fast dreijährige Dienstzeit in Moskau gezogen.

Vor den teilnehmenden Medienschaffenden äußerte sich der Diplomat zugespitzt zur innenpolitischen Lage und gesellschaftlichen Entwicklung in Russland.

Unter anderem sprach er von einer "dicken Eisschicht" staatlicher Repression, die im Land herrsche. Zudem kritisierte er die erfolgreiche Vermittlung patriotischer Werte im russischen Bildungssystem, die bereits im Kindergarten ansetze. Mit Blick auf die Zukunft prognostizierte Lambsdorff eine Ausrichtung der "Verfassungswirklichkeit" auf ein traditionelles Wertegerüst, das Präsident Wladimir Putin "lieb und teuer ist". Er ergänzte:

"Also traditionelle Werte, patriotische Werte. Aus unserer Sicht sind es überwiegend reaktionäre Werte und nationalistische Werte." 

Auch an den Universitäten sieht er einen hohen Konformitätsdruck: Wer nicht absolut linientreu sei, gerät laut ihm in große Schwierigkeiten. Lambsdorff wechselt nun planmäßig auf den Botschafterposten nach Tel Aviv, wo er den ehemaligen Regierungssprecher Steffen Seibert ablöst. Neuer deutscher Vertreter in Moskau soll nun Clemens von Goetze werden.

Mehr zum Thema Deutscher Botschafter provoziert zum Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.