Deutschland

ZDF-Politbarometer: 68 Prozent der Deutschen sehen in AfD "Gefahr für die Demokratie"

Die Mehrheit der Befragten hat sich skeptisch zu den angekündigten "Reformplänen" der Bundesregierung geäußert. Trotz hoher Unzufriedenheit über die gegenwärtige Politik in Berlin erkennt die Mehrheit der Bürger in der oppositionellen AfD demnach "eine Gefahr für die Demokratie" im Land.
ZDF-Politbarometer: 68 Prozent der Deutschen sehen in AfD "Gefahr für die Demokratie"Quelle: Gettyimages.ru

Die ZDF-Redaktion fokussierte sich thematisch im aktuellen "Politbarometer" auf die angekündigten "Reformen der Bundesregierung" im Rahmen der Großen Koalition. Eine Mehrheit der Befragten würde die Inhalte samt schleppender Umsetzung "insgesamt kritisch" betrachten, wobei "nur 30 Prozent" erklärten, dass die Reformen "alles in allem gesehen eher in die richtige Richtung gehen". Zum Agieren und der Politik der oppositionellen AfD erfolgte ein "gemischtes Urteil" der Befragten zu den Themen "Parteiverbot und Zusammenarbeit".

Die Befragungen für das aktuelle sogenannte "ZDF-Politbarometer" erfolgten im Zeitraum vom 5. bis 7. Oktober. Die jüngsten politischen Ereignisse in Sachsen-Anhalt und die unmittelbaren medienpolitischen Reaktionen könnten daher mit ausschlaggebend für die Beantwortungen in der Umfrage gewesen sein.

Zum Themenkomplex AfD heißt es auf der Webseite des ÖRR-Senders:

"Rund zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten glauben, dass die AfD eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland darstellt, 29 Prozent und darunter mehr Ost- (42 Prozent) als Westdeutsche (26 Prozent) glauben das nicht."

Zur Frage der politischen Glaubwürdigkeit von Spitzenpolitikern der Parteien "bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung ('Was halten Sie von?')", liegen die beiden AfD-Vorsitzenden demnach auf Platz neun mit Alice Weidel – "minus 2,5 (minus 2,4)" – und Platz zehn, mit dem "Schlusslicht bei seinem Politbarometer-Debut", Tino Chrupalla, mit ebenfalls "minus 2,5". Zu den diesbezüglichen drei Spitzenplätzen heißt es:

"Verteidigungsminister Boris Pistorius liegt nur noch knapp auf Platz eins. Er wird auf der Skala von +5 bis -5 mit einem Durchschnittswert von 1,3 beurteilt. Direkt dahinter ist Wiedereinsteigerin Manuela Schwesig (SPD) mit 1,1, der zweite Wiedereinsteiger, Hendrik Wüst (CDU), folgt mit 0,8 auf Platz 3."

Es folgen Markus Söder (CSU) mit minus 0,5 (minus 0,3), Lars Klingbeil mit minus 0,6 (minus 0,5), Bärbel Bas mit minus 0,7 (minus 0,9), Heidi Reichinnek mit minus 1,0 (minus 1,1) und Friedrich Merz, "der mit minus 2,0 (minus 1,9) einen neuen persönlichen Negativrekord verzeichnet".

Zum Thema "AfD-Verbotsverfahren" lauten die Ergebnisse, dass sich "43 Prozent" für ein Verbot der Partei aussprechen, wogegen "51 Prozent" dagegen sind. Die sich nach den Ereignissen in Sachsen-Anhalt tagespolitisch stellende Frage zum generellen politischen Umgang mit der AfD in den landesweiten Parlamenten ergab folgende Umfrageergebnisse:

"45 Prozent der Befragten und Mehrheiten in den Anhängergruppen von SPD (70 Prozent), Grünen (76 Prozent) und Linke (79 Prozent) finden, dass die anderen Parteien grundsätzlich nicht mit der AfD zusammenarbeiten sollten."

Die sich im Dezember dieses Jahres anbahnende Wahl von Ulrich Siegmund zum ersten AfD-Ministerpräsidenten in der Geschichte des Landes führte zu folgenden Wahrnehmungen im Rahmen der Befragung:

"Wenn jetzt die AfD in Sachsen-Anhalt die Regierung führen würde, würde sich das nach Ansicht von 58 Prozent der Befragten auf Deutschland insgesamt eher negativ auswirken, 16 Prozent erwarten positive und 21 Prozent keine großen Auswirkungen."

Demgegenüber lauten die Umfrageergebnisse zu den noch laufenden Sondierungsgesprächen in der Hauptstadt:

"Wenn die Linke in Berlin in Regierungsverantwortung wäre, rechnen 48 Prozent mit bundesweit negativen Effekten, 17 Prozent mit positiven und für 30 Prozent würde sich das nicht groß auf Deutschland auswirken."  

Wenn am nächsten Sonntag "wirklich Bundestagswahl wäre", so die Fragestellung, blieben laut "ZDF-Politbarometer" die Unionsparteien demnach "bei 21 Prozent" und die AfD bei "28 Prozent", damit beides unveränderte Werte zur letzten Befragung.

Die SPD käme weiterhin auf 13 Prozent (unverändert), die Grünen hätten leichte Gewinne und erhielten 15 Prozent (plus 1). Die Linke würde nach wie vor 12 Prozent (unverändert) erzielen.

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