
Energiekrise: LOT streicht Flugverbindungen

Die Treibstoffkrise trifft eine europäische Fluggesellschaft nach der anderen und lässt sie immer mehr Strecken aus dem Flugplan streichen. Nun wurde bekannt, dass die polnische Fluggesellschaft LOT einen Teil ihrer Flüge aus Kostengründen streicht. Bislang betrifft dies nur den Winterflugplan – die Maßnahme wird im April bei der Umstellung auf den Sommerflugplan überprüft. Insbesondere wird die Fluggesellschaft in der Wintersaison die Flüge zwischen Warschau und Bologna aussetzen. Ebenfalls ausgesetzt werden die Flüge von Krakau nach Barcelona, Madrid und Rom. Zudem wird die Frequenz einiger Flüge auf bestimmten Strecken reduziert. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf den polnischen Fernsehsender Polsat. LOT-Sprecher Krzysztof Moczulski erklärte im Gespräch mit Journalisten:
"Bei der Analyse des Streckennetzes wurden zahlreiche Faktoren berücksichtigt, die die Rentabilität bestimmen, und einer der wichtigsten sind die derzeit hohen Treibstoffpreise. Ihr Einfluss auf die Kosten der Fluggesellschaft und damit auch auf die Rentabilität der Flüge ist weitaus größer als noch im Februar, als die Treibstoffkosten etwa 25 Prozent aller Ausgaben der Fluggesellschaft ausmachten. Heute können sie bis zu 40 Prozent betragen."

Einen weiteren Grund für die Aussetzung der Flüge durch die polnische Fluggesellschaft ist der starke Wettbewerb auf dem mitteleuropäischen Markt. Dies schränkt die Möglichkeit ein, die Preise anzuheben, um die höheren Treibstoffkosten auszugleichen.
Wie die Internationale Luftverkehrsvereinigung (IATA) berichtete, erreichte der Durchschnittspreis für Flugbenzin in Europa im September 207,56 US-Dollar pro Barrel, was 27,8 Prozent über dem europäischen Durchschnittswert des Vormonats liegt und weltweit den höchsten Stand erreicht hat. Zudem berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg, dass die Europäische Union vor dem Hintergrund der Blockade der Straße von Hormus nach Möglichkeiten sucht, Flugkraftstoff zwischen den Mitgliedstaaten umzuverteilen sowie alternative Kerosinlieferanten zu finden. Als mögliche Lösung nannte die Agentur das Betanken der Flugzeuge mit einer Reserve an Treibstoff am Abflughafen, um den Kauf von teurerem Treibstoff am Zielort zu vermeiden.
Zuvor hieß es, dass auch andere europäische Fluggesellschaften ihre Flugpläne angesichts des erheblichen Anstiegs der Kerosinpreise ständig anpassen. So hat die niederländische Fluggesellschaft KLM im Vorfeld der diesjährigen Sommersaison mehr als 160 europäische Flüge mit Abflug oder Ankunft am Flughafen Schiphol gestrichen. Bei der KLM erklärte man damals, dass ein Teil der innereuropäischen Strecken aufgrund der gestiegenen Treibstoffkosten "nicht mehr rentabel zu betreiben" sei.
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