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Sánchez unter Druck: Geheimdienst hatte konkrete Hinweise und warnte vor Massenansturm auf Ceuta

Freigegebene Dokumente zeigen, dass Spanien konkrete Hinweise auf einen bevorstehenden Massenansturm hatte. Die Informationen wurden auch an die marokkanischen Behörden weitergegeben.
Sánchez unter Druck: Geheimdienst hatte konkrete Hinweise und warnte vor Massenansturm auf CeutaQuelle: Gettyimages.ru © Marcos Moreno

Neue Geheimdokumente setzen die spanische Regierung unter Druck. Der Geheimdienst CNI hatte die Behörden offenbar bereits einen Tag vor dem Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta vor geplanten Grenzübertritten gewarnt. In den Unterlagen ist von einem möglichen Angriff über Land und auf dem Seeweg die Rede.

Die nun von der Regierung in Madrid freigegebenen Dokumente stammen aus der Zeit zwischen dem 1. Juli und dem 1. August. Daraus geht hervor, dass der CNI am 29. Juli sowohl die spanische Regierungsvertretung in Ceuta als auch die Guardia Civil über Aktivitäten in sozialen Netzwerken informierte.

Dort wurde dazu aufgerufen, am folgenden Tag die Grenze nach Ceuta zu überqueren. Zwei Facebook-Gruppen, die entsprechende Aufrufe verbreiteten, verfügten zusammen über rund 180.000 Follower.

Der Geheimdienst registrierte zudem konkrete Pläne für Grenzübertritte. Menschen wollten demnach schwimmend oder über den Grenzzaun in die spanische Exklave gelangen. Auch die marokkanischen Behörden wurden von den spanischen Diensten informiert.

Am 30. und 31. Juli kam es dann tatsächlich zu dem beispiellosen Ansturm. Mehr als 72.000 Menschen erreichten Ceuta zu Fuß oder schwimmend von Marokko aus. Die meisten kehrten später wieder zurück oder wurden zurückgebracht. Tausende blieben jedoch in der Exklave. Dutzende Menschen starben während der Ereignisse.

Geheimdienst warnte Spanien vor Massenansturm auf Ceuta

Die Veröffentlichung der Dokumente setzt das Krisenmanagement von Ministerpräsident Pedro Sánchez unter Druck. Lange wurde nach Erklärungen außerhalb Spaniens gesucht. Nun zeigen die freigegebenen Geheimdokumente, dass der eigene Geheimdienst bereits vor dem Massenansturm auf Ceuta gewarnt hatte. Die Behörden verfügten damit über konkrete Hinweise, unternahmen aber offenbar nicht genug. Sánchez muss deshalb nun erklären, warum seine Regierung trotz der Warnungen vom Ausmaß des Ansturms überrascht worden sein will.

Der Aufruf in den sozialen Netzwerken sei den Behörden zwar bekannt gewesen, erklärte der Regierungschef. Daraus habe sich jedoch weder das tatsächliche Ausmaß noch die Wahrscheinlichkeit eines solchen Massenandrangs ableiten lassen.

Der CNI informierte die Behörden per Nachricht und in einem kurzen Telefonat. Eine umfassende Warnung an weitere staatliche Stellen wie das Verteidigungsministerium erfolgte nicht.

Die EU reagierte mit finanzieller Unterstützung. Spanien erhält rund 115 Millionen Euro für zusätzlichen Grenzschutz und eine verstärkte Überwachung. Das Geld soll zudem für die Unterbringung unbegleiteter Minderjähriger und die Rückführung von Menschen ohne Aufenthaltsrecht eingesetzt werden.

Für Pedro Sánchez wird die Affäre damit politisch zunehmend unangenehm. Die freigegebenen Dokumente zeigen, dass die spanischen Behörden konkrete Hinweise auf einen bevorstehenden koordinierten Ansturm hatten. Die Warnungen lagen vor, doch die Behörden waren auf das tatsächliche Ausmaß der Massenankunft nicht vorbereitet.

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