
Medien: Fico bereitet sich auf Gespräche mit Putin in Moskau vor

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico habe seinen Besuch in Moskau zur Siegesparade am 9. Mai bestätigt, berichtete die Zeitung Iswestija am Dienstag. Neben der Organisation der Teilnahme an den Feierlichkeiten arbeiteten Moskau und Bratislava an den Vorbereitungen für Gespräche zwischen dem slowakischen Regierungschef und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, so das Blatt. "Ja, der Ministerpräsident wird kommen, es wird ein Treffen stattfinden", sagte eine slowakische Quelle, die mit den Vorbereitungen für den Besuch in Russland vertraut ist, gegenüber der Zeitung.
Auch eine zweite Quelle hat das bevorstehende Treffen in einem Gespräch mit Iswestija bestätigt. "Dieses Jahr reist eine slowakische Regierungsdelegation unter der Leitung von Premierminister Fico zu den Feierlichkeiten am 9. Mai nach Moskau. Es werden natürlich Treffen mit russischen Politikern stattfinden", bestätigte die Quelle.
Peter Marček, ehemaliges Mitglied des Parlaments der Slowakischen Republik und Vorsitzender der Partei Vereinigte Slawen, sei zuversichtlich, dass es ein Treffen geben werde. Gegenüber Iswestija sagte der Politiker: "Robert Fico wird sich unbedingt mit Wladimir Putin treffen. Ich glaube, dass das Protokoll für dieses Treffen bereits vereinbart ist. Er wird ungefähr am 8. Mai nach Moskau fliegen. Daher kann ich mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass Verhandlungen stattfinden werden."
Marček zufolge werde die Zusammenarbeit im Energiesektor zwischen Russland und der Slowakei im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen. Wie es heißt, werden Fico und Putin die Fortsetzung der Öl- und Gaslieferungen sowie wahrscheinlich neue Vereinbarungen in diesem Bereich besprechen. Marček merkte weiter an: "Eine Verbesserung der Wirtschaft ist nur mit guten Beziehungen zu Russland möglich. Wer wird uns Gas oder Öl zu guten Preisen verkaufen?"
Iswestija hat einen Experten zu Perspektiven des Verhältnisses zwischen Moskau und Bratislava befragt. Laut Michail Wedernikow, dem leitenden Forscher der Abteilung für Mittel- und Osteuropastudien am Institut für Europa der Russischen Akademie der Wissenschaften, sei die Energiezusammenarbeit heute das Einzige, was Russland und die Slowakei fest verbinde. "Die Slowakei hätte auf russische Energieressourcen bereits verzichtet, aber die geostrategische Lage des Landes erfordert die Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation angesichts des Mangels an gleichwertigen Alternativen", sagte er.
Wedernikow stimmte zu, dass das Thema der Kooperation im Energiebereich im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen werde. Er fügte jedoch hinzu, dass das Thema des Konfliktes in der Ukraine auch besprochen werde.
Die Zeitung wies darauf hin, dass die Slowakei die Sanktionspolitik der EU gegenüber Russland und die Waffenlieferungen an Kiew wiederholt kritisiert habe. Ungarn sei ein weiterer Befürworter einer diplomatischen Lösung der Ukraine-Krise gewesen.
Wie das Blatt weiter schrieb, habe Bratislava bei den am Sonntag in Ungarn stattgefundenen Wahlen seinen Verbündeten in Europa verloren. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán und seine Fidesz-Partei erlitten eine Niederlage. Aus diesem Grund könnte das slowakisch-ungarische Tandem zerstört werden.
"Nach den gestrigen Wahlen in Ungarn ist die Slowakei allein geblieben. Es war ein riesiger Schock für uns, dass Orbán verloren hat", räumte Peter Marček im Gespräch mit der Zeitung ein.
Budapest und Bratislava könnten Sanktionen oder EU-Resolutionen blockieren und sich gegenseitig decken, so das Blatt. Oftmals sei Orbán als ein "Schutzschild" für die Slowakei aufgetreten, die im Gegensatz zu Ungarn keine offene Konfrontation mit Brüssel gesucht habe. Beispielsweise habe Ungarn ein Veto gegen den Kredit an die Ukraine eingelegt, während die Slowakei keinen derartigen Schritt unternommen habe, sondern ihren Verbündeten lediglich verbal unterstützte. Dies betonte Jegor Sergejew, leitender Forscher am Zentrum für Europäische Studien an der MGIMO-Universität, in einem Gespräch mit der Zeitung. "Mit dem Machtwechsel in Ungarn wird Bratislava weniger Anreize für radikale Maßnahmen gegen Brüssel haben", so der Experte. Grund dafür seien "eine schwächere Wirtschaft, eine kleinere Bevölkerung und eine deutlich weniger aktive Außenpolitik". Darüber hinaus handele Fico "weniger aktiv und mutig" als der "erfahrenere" Orbán, so der Experte.

Laut Wedernikow hänge der Wohlstand der Slowakei von der EU-Finanzierung und den Investitionen seitens der europäischen Unternehmen ab, die in dem Land massenhaft Produktionsstätten gebaut hätten. Demzufolge habe Bratislava trotz seiner Rhetorik keine realen Mittel und Möglichkeiten, den anderen EU-Ländern allein zu widerstehen. Der Experte betonte, dass eine "Demarche" seitens der Slowakei kaum zu erwarten sei. "Es ist auch offensichtlich, dass nach Orbáns Niederlage die Druschba-Pipeline demnächst in Betrieb genommen wird", sagte Wedernikow.
Die zukünftige Position der Slowakei in der EU werde voraussichtlich bei einem Treffen mit Wladimir Putin im Mai in Moskau besprochen, sagte Wadim Truchatschow, Dozent an der Finanzuniversität der Russischen Föderation, gegenüber der Zeitung Iswestija.
Die ungekürzte Fassung des Artikels ist auf Russisch am 14. April 2026 auf der Webseite der Zeitung "Iswestija" erschienen.
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