Nahost

Öltanker in Hormus nach Treffer in Brand – prosaudische Jemeniten fliehen über Rotes Meer

Die Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und den von Iran unterstützten Huthi eskalieren, während Jemeniten über das Rote Meer fliehen. Italien schickt Kriegsschiffe zum Schutz von Handelsschiffen durch die Meeresstraße Bab al-Mandab – ohne auf die EU zu warten. Trump droht unterdessen mit neuen massiven Angriffen auf Iran.
Öltanker in Hormus nach Treffer in Brand – prosaudische Jemeniten fliehen über Rotes Meer

Saudi-Arabien und die von Iran unterstützten Huthi haben sich am Donnerstag erneut gegenseitig über die Grenze hinweg angegriffen. Zugleich flohen Jemeniten mit Booten über das Rote Meer vor den Kämpfen. Mit der Ausweitung des Krieges im Nahen Osten entstehen neue Gefahren für die weltweite Ölversorgung.

Italien will nun Kriegsschiffe zum Schutz seiner Handelsschiffe bei der Durchfahrt durch die Meerenge Bab al-Mandab einsetzen. Verteidigungsminister Guido Crosetto warnte, Rom werde nicht auf eine Entscheidung der EU warten.

Das von den Huthi kontrollierte Fernsehen meldete saudische Luftangriffe in Haddscha nahe der Grenze sowie bei Taizz. In der saudischen Stadt Taif wurde laut saudischem Zivilschutz ein Jemenit durch Trümmer einer abgefangenen Huthi-Drohne getötet. Es ist der erste von Riad gemeldete Todesfall seit der Eskalation in der vergangenen Woche. Zuvor hatte Saudi-Arabien mehr als 80 Verletzte gemeldet.

Die Marine der iranischen Revolutionsgarde teilte unterdessen mit, ein unter der Flagge Togos fahrender Öltanker habe Feuer gefangen, nachdem er beim Versuch, die Straße von Hormus auf einer von Iran als "illegal" bezeichneten Route zu passieren, getroffen worden sei. Der Tanker sei nach Ausbruch des Feuers zum Stillstand gekommen.

Die Ausweitung des Krieges auf den Jemen und Saudi-Arabien weckt neue Sorgen um die Ölversorgung. Grund dafür ist, dass dadurch die wichtigste alternative Route für Golfexporte über das Rote Meer gefährdet wird, während der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus weiterhin eingeschränkt ist.

Die Kämpfe haben jemenitische Zivilisten dazu gezwungen, über die Meerenge Bab al-Mandab – arabisch für "Tor der Tränen" – zu fliehen. Zugleich haben zahlreiche prosaudische Kämpfer angesichts des Vormarschs der Huthi die Front verlassen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) wurden durch die jüngsten Kämpfe mehr als 100.000 Jemeniten vertrieben, die meisten innerhalb des Jemen.

Die Huthi, die seit vergangener Woche in einem schnellen Vorstoß die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer unter ihre Kontrolle gebracht haben, erklärten, die saudische Luftwaffe habe in den vergangenen Tagen Hunderte von Luftangriffen geflogen. Am Mittwoch erklärten die Huthi zudem, einen saudischen F-15-Kampfjet abgeschossen zu haben. "Wir wollen, dass die Saudis die Blockade und die Besetzung unseres Landes beenden und ihre Aggression gegen uns einstellen. Das ist unsere Forderung", sagte Huthi-Führer Abdul Malik al-Huthi in einer Fernsehansprache.

US-Präsident Donald Trump hat Bitten Saudi-Arabiens um militärische Unterstützung im Kampf gegen die Huthi zurückgewiesen. Die Huthi hatten im vergangenen Jahr nach zweimonatigen US-Luftangriffen einen Waffenstillstand mit Washington vereinbart.

Trump muss mit möglichen politischen Verlusten für seine Republikanische Partei bei den Zwischenwahlen im November rechnen. Ein Grund dafür sind unter anderem die gestiegenen Energiepreise seit dem US-israelischen Angriff auf Iran im Februar. Trump sagte am Donnerstag, er stehe vor einer entscheidenden Frage: ob die USA ihre massiven Angriffe auf Iran wieder aufnehmen sollen.

"Ich stehe vor einer großen Entscheidung. Will ich hineingehen und sie vernichten oder nicht? Es ist eine große Entscheidung. Bei mir kann alles passieren", sagte Trump in einem Interview mit Axios. Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt mit neuen massiven Angriffen gedroht, die letztlich nicht erfolgten.

Die weltweiten Rohölpreise gaben am Donnerstag leicht nach, liegen aber weiterhin deutlich über 100 Dollar pro Barrel. Zuvor hatten sie den höchsten Stand seit Mai erreicht. Der durchschnittliche US-Einzelhandelspreis für Diesel stieg am Donnerstag auf einen Rekordwert von knapp 6,40 Dollar je Gallone.

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