Im Rahmen eines neuen landesweiten Projekts wurde in Sankt Petersburg der Maja-Plissezkaja-Preis vorgestellt. Er soll junge Choreografen, Komponisten und Kostümbildner zusammenbringen, um neue, einzigartige Ballettinszenierungen zu schaffen. Sergei Welitschkin, Direktor des Produktionszentrums "Otkrytoje Iskusstwo", erklärte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur TASS:
"Im vergangenen Jahr haben wir dank des Präsidialfonds für kulturelle Initiativen das nationale Projekt 'Meine Maja' zum 100. Geburtstag der großen Ballerina umgesetzt und erkannt, wie sehr ihr Name das Publikum anzieht. So entstand die Idee des Nationalen Preises namens Maja Plissezkaja, der es ermöglichen würde, unser Musiktheater, unser Ballett, weiterzuentwickeln."
Welitschkin wies zudem darauf hin, dass dieser nach ihr benannte Preis nicht nur deshalb ins Leben gerufen wurde, weil Maja Plissezkaja ein russischer Leitstern in der Welt des Balletts ist. Entscheidend war auch, dass sie von Natur aus stets eine Vorreiterin war und immer über die Grenzen des klassischen Balletts hinausging, nach neuen Talenten und neuen Choreografen suchte und mit weltbekannten Modeschöpfern zusammenarbeitete – legendär ist ihre Freundschaft und Zusammenarbeit mit Pierre Cardin. Genau diese Eigenschaften sollen nach dem Konzept der Gründer des neuen Preises auch neue Künstler inspirieren.
Im Rahmen eines Auswahlverfahrens wird das Organisationskomitee sechs kreative Teams zusammenstellen. Zwei Monate lang werden diese in Sankt Petersburg unter der Leitung führender Meister arbeiten und eigene Ballettnovellen schaffen. Nachdem ein Gewinnerteam ermittelt worden ist, hat dieses die Aufgabe, ein vollwertiges einaktiges Ballett zu schaffen. Die Premieren finden diesen Herbst in Moskau und Sankt Petersburg statt, die Preisverleihung im Frühjahr 2027.
Derzeit ist die Bewerbungsphase bereits eröffnet, wobei die meisten Bewerbungen von Choreografen und Komponisten stammen. Ihre Kurzstücke haben den künstlerischen Leiter des Projekts und führenden Solisten des Mariinski-Balletts, Alexander Sergejew, so stark beeindruckt, dass er nach eigenen Angaben selbst gerne eine choreografische Miniatur zu allen sechs Stücken inszenieren würde, die es ins Finale geschafft haben.
Dabei erinnern sich Ballettliebhaber der älteren Generation daran, dass in den 90er Jahren in Sankt Petersburg der internationale Ballettwettbewerb "Maja" stattfand, der dem Werk von Maja Plissezkaja gewidmet war. Damals wählte die große Ballerina selbst die Musikstücke für die Teilnehmer aus.
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