Das Pentagon hat sich an die großen US-Automobilhersteller General Motors und Ford gewandt, um über die Produktion von Waffen und militärischer Ausrüstung zu verhandeln. Washington sei bestrebt, die durch den Ukraine-Konflikt und den Krieg gegen Iran erschöpften Vorräte wieder aufzufüllen, schrieb das Wall Street Journal (WSJ) am Mittwoch. Gespräche dazu seien schon vor Beginn des US-israelischen Krieges gegen Iran am 28. Februar anberaumt worden.
General Motors liefert bereits über seine Sparte GM Defense Militärfahrzeuge an das Pentagon. Ford hat bislang noch keine größeren Militärverträge. An den Gesprächen sollen hochrangige Führungskräfte der Autokonzerne teilgenommen haben sowie auch Vertreter von GE Aerospace sowie des Fahrzeug- und Maschinenherstellers Oshkosh. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob – und wie schnell – zivile Fabriken auf die Produktion von Munition und anderen militärischen Gütern umgestellt werden könnten.
Vertreter der Regierung hätten die Verhandlungen als einen Vorstoß bezeichnet, die Industrie auf "Kriegsfuß" zu stellen. In seinem Artikel verwies das WSJ dabei auf die Mobilisierung während des Zweiten Weltkriegs. Zu der Zeit stellten die Autohersteller in Detroit die Fahrzeugproduktion ein, um Bomber, Flugzeugtriebwerke und Lastwagen zu produzieren.
Der Krieg gegen Iran hat die US-Waffenvorräte erheblich belastet. Das US-Militär hat in den ersten vier Wochen der Kampagne mehr als 850 Tomahawk-Marschflugkörper abgefeuert. Diese Zahlen hätten einige Pentagon-Beamte alarmiert, berichtete die Washington Post im vergangenen Monat. Die genaue Zahl seiner Tomahawks gibt das US-Kriegsministerium nicht bekannt. Analysen zufolge, verfügte die US-Marine vor der Operation "Epic Fury" jedoch über 4.000 bis 4.500 solcher Raketen.
US-Präsident Donald Trump hat für das Haushaltsjahr 2027 einen rekordverdächtigen Militärhaushalt von rund 1,5 Billionen Dollar beantragt – eine Steigerung gegenüber den fast 1 Billion Dollar in diesem Jahr. Der Vorschlag umfasst mehr als 1,1 Billionen Dollar an Basisausgaben für die Verteidigung sowie zusätzliche Mittel für laufende Militäroperationen.
Der Krieg in Iran kostet die US-Regierung täglich rund 2 Milliarden Dollar, behauptete die ehemalige Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene am Donnerstag auf X. Der unabhängige Online-Tracker WarSpend schätzt, dass Washington seit Beginn des Konflikts fast 48 Milliarden Dollar dafür ausgegeben hat.
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