FSB: Deutscher nach Flucht aus ukrainischer Armee in Russland festgenommen

Kampfeinsätze in Afghanistan, Somalia, Syrien und im Raum Donezk: Ein deutscher Staatsbürger will über Jahre in bewaffneten Konflikten gedient haben. Jetzt ist er in Russland festgenommen worden, nachdem er aus den ukrainischen Streitkräften geflohen war.

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat die Festnahme eines deutschen Staatsbürgers gemeldet, der einen Vertrag mit der ukrainischen Armee geschlossen hatte, aber desertierte, nachdem ihm die Vergütung nicht ausgezahlt worden war. Das teilte die Pressestelle des FSB am Mittwoch mit. In der Mitteilung heißt es:

"Es wurde ein deutscher Staatsbürger festgenommen, der aktiver Militärangehöriger der Streitkräfte der Ukraine war."

In einem Video, das die russische Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf den FSB veröffentlichte, bestätigte der festgenommene Mann, dass er im Jahr 1976 in Deutschland geboren wurde. Er stellte sich als Michael Friedrich vor. Den geltenden Vertrag mit den ukrainischen Streitkräften habe er nach eigenen Worten am 5. Dezember 2025 persönlich für die Dauer von drei Jahren unterzeichnet. In der Ukraine sollte er als Scharfschütze dienen. Nach der Unterzeichnung des Vertrags sei ihm eine Auszahlung von 100.000 Griwna (etwa 1.980 Euro) versprochen worden. Das Geld habe er jedoch nicht erhalten, deshalb sei er gezwungen gewesen, aus den Reihen der ukrainischen Streitkräfte zu fliehen.

Der Mann erklärte zudem, er habe früher als Teil des deutschen Kontingents an Kampfhandlungen in Afghanistan teilgenommen. Von 2006 bis 2008 sei er an einem bewaffneten Konflikt auf dem Gebiet Somalias beteiligt gewesen, anschließend habe er von 2008 bis 2010 als Söldner in Syrien gekämpft.

In den Jahren 2016 bis 2018 habe er auf dem Gebiet der Ukraine in einer der Teileinheiten der Territorialverteidigungskräfte der Streitkräfte der Ukraine als Scharfschütze gedient. Nach eigenen Angaben habe er sich an der Frontlinie im Raum der Stadt Donezk befunden. Nach Ablauf des Vertrags sei er in die Schweiz gereist. Im November 2025 sei er erneut in die Ukraine eingereist und habe dabei seine komplette Uniform und Ausrüstung dabeigehabt. Anschließend habe er den geltenden Vertrag unterzeichnet.

Wie der FSB mitteilt, wird derzeit geprüft, ob gegen den Festgenommenen ein Verfahren nach Artikel 359 (Söldnertum) des russischen Strafgesetzbuchs eingeleitet wird.

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