Kiew will Cyberabwehr mit KI stärken: OpenAI gewährt Zugang zu Cyberschutzprogramm Daybreak

Das US-Softwareunternehmen OpenAI stellt Kiew den Zugang zum KI-Cyberabwehr-Programm Daybreak bereit. Ziel sei es, die zivile Infrastruktur vor Cyberangriffen zu schützen, hieß es in einer diesbezüglichen Erklärung. Das Programm soll auch dabei helfen, Schwachstellen in Software zu erkennen und zu beheben. 

Am Mittwoch hat das US-Softwareunternehmen OpenAI, der Entwickler von ChatGPT, bekanntgegeben, dass es der ukrainischen Regierung den Zugang zum Daybreak-Programm zu gewähren plane. Aus der Erklärung des Unternehmens geht hevor, dass die KI-Software Kiew dabei helfen soll, die ukrainische zivile Infrastruktur zu unterstützen. Mit Hilfe des Cyberabwehr-Programms sollen "Schwachstellen in Software erkannt sowie Korrekturen schneller entwickelt und getestet" werden. Dem Unternehmen zufolge seien die ukrainischen Cyberabwehrkräfte anhaltenden Cyberangriffen ausgesetzt, die angeblich von Russland organisiert würden. 

Die Ankündigung erfolgte bei einem Treffen zwischen Dmitri Kuschneruk, dem Generalkonsul der Ukraine in San Francisco, und Sasha Baker, der Leiterin der Abteilung für nationale Sicherheitspolitik bei OpenAI, das am Rande der UN-Generalversammlung in New York stattfand. 

Wie es heißt, werde OpenAI mit dem ukrainischen Ministerium für digitale Transformation zusammenarbeiten. "Wir sind stolz darauf, die ukrainischen Cyberabwehrkräfte zu unterstützen, die wichtige Dienste täglich vor Angriffen schützen. Die Ukraine steht bereits an vorderster Front, und ihre Cyberabwehrkräfte brauchen jetzt Unterstützung", sagte Baker und fügte hinzu, mit Hilfe des Programms Daybreak werde die Ukraine in der Lage sein, ihre kritischen Netzwerke zu schützen können. Baker merkte zudem an, dass die KI-Software öffentlichen und privaten Einrichtungen die Mödglichkeit biete, ihre Cyberabwehr zu stärken.

OpenAI habe Frankreich, Deutschland und Polen bereits Zugang zu seinen Cybermodellen gewährt, hieß es weiter in der Erklärung. Die EU-Agentur für Cybersicherheit ENISA habe dank dem Programm Schwachstellen in Software aufgespürt, die in EU-Institutionen eingesetzt worden sei. Alle Schwachstellen seien inzwischen behoben worden.

Die EU und Kiew haben Russland wiederholt vorgeworfen, Cyberangriffe durchzuführen. Am 11. Juli beschuldigten die Niederlande "vom russischen Staat unterstützte" Hacker, sich Zugang zu IP-Kameras verschafft zu haben, die entlang militärischer Transportrouten installiert waren. Dies berichtete das niederländische Nachrichtenportal Blik op nieuws unter Berufung auf die Geheimdienste des Landes. Wie es heißt, konnten die Hacker Informationen über die Routen militärischer Transporte oder über die Art der in die Ukraine gelieferten Waffen und Ausrüstung erlangen.

Zwei Tage später, am 13. Juli hat Deutschland den russischen Botschafter in Berlin, Sergei Netschajew, wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit Cyberangriffen ins Auswärtige Amt einbestellt. "Cyberangriffe gegen Deutschland, EU-Partner und die Ukraine sind inakzeptabel. Wir beantworten sie entschlossen, auch mit zusätzlichen Sanktionen. Zudem haben wir heute den russischen Botschafter einbestellt und unsere Haltung noch einmal verdeutlicht", schrieb die Behörde auf X. 

Am selben Tag reagierte die EU auf "Russlands bösartige Cyberaktivitäten". Moskau wurde vorgeworfen, ein "gegen die EU, ihre Mitgliedstaaten und internationale Partner gerichtetes bösartiges Cyber-Ökosystem" geschaffen zu haben. 

Finnland hatte daraufhin ebenfalls den Staffelstab übernommen: Am 14. Juli wurde der russische Botschafter in Helsinki, Pawel Kusnezow, ins finnische Außenministerium vorgeladen. Später berichtete der Diplomat, dass bei dem Treffen unbewiesene Anschuldigungen wegen des "russischen hybriden Einflusses" erhoben worden seien.

Moskau hat Vorwürfe einer Verwicklung in Cyberangriffe in anderen Ländern zurückgewiesen. Die Ständige Vertretung Russlands bei der EU bezeichnete die Vorwürfe Brüssels gegen Moskau als unbegründet. Die diplomatische Vertretung betonte, dass Russland für eine friedliche Nutzung des Cyberspace eintrete.

Auch der Kreml wies die Vorwürfe der EU zurück, dass Russland an Cyberangriffen beteiligt gewesen sei. "Wir weisen diese Vorwürfe zurück. Russland werden schon seit vielen Jahren Dinge vorgeworfen, mit denen es nichts zu tun hat. Diese Vorwürfe sind stets unbegründet", erklärte der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow.

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