Medienbericht: Marokko könnte Zustrom von Migranten nach Spanien begünstigt haben

War der Andrang der Migranten auf die spanische Enklave Ceuta organisiert? Laut dem britischen Blatt "The Telegraph" könnten marokkanische Behörden an diesem Vorfall beteiligt gewesen sein.

Rabat könnte den Zustrom von Migranten in die spanische Enklave Ceuta aufgrund der angespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern begünstigt haben, schreibt die britische Zeitung The Telegraph. Das Blatt behauptet:

"Quellen aus westlichen Geheimdiensten vermuten, dass Marokko den plötzlichen Zustrom von 60.000 Migranten in die spanische Enklave Ceuta begünstigt hat. Dieser Zustrom war möglicherweise eine Strafmaßnahme vor dem Hintergrund diplomatischer Unzufriedenheit mit Spanien."

In dem Artikel wird darauf hingewiesen, dass marokkanische Regierungsvertreter vermutlich unzufrieden mit dem Ministerpräsidenten des Nachbarlandes, Pedro Sánchez, sind, da dieser bestrebt sei, Gasabkommen mit Algerien abzuschließen.

Quellen der Zeitung betonten, es sei noch zu früh, um Schlussfolgerungen über die Ursachen eines derart massiven Zustroms von Migranten zu ziehen, doch einer von ihnen zeigte sich überrascht darüber, wie sich 60.000 Menschen unkontrolliert durch das Gebiet bewegen konnten.

Dabei wiesen die Beamten auf eine hohe Aktivität in den sozialen Netzwerken im Vorfeld des Vorfalls hin. Allerdings sei unklar, ob diese spontan oder koordiniert gewesen sei, fügt das Blatt hinzu.

Ceuta ist eine spanische autonome Stadt in Nordafrika, die an Marokko grenzt. Sie sah sich mit einem sprunghaften Anstieg des Zustroms von Migranten konfrontiert, die versuchten, schwimmend und zu Fuß dorthin zu gelangen. In den vergangenen 24 Stunden stieg die Zahl der illegalen Einwanderer auf fast 60.000. Es wird präzisiert, dass mindestens 7.000 von ihnen Minderjährige sind. Die Gesamtbevölkerung von Ceuta beträgt etwa 83.000 Menschen.

Wie Medien unter Berufung auf das spanische Innenministerium berichten, sind bereits mehr als 48.300 Marokkaner in ihre Heimat zurückgekehrt. Dabei wird gemeldet, dass mindestens 67 Menschen bei dem Versuch, nach Ceuta zu gelangen, ums Leben gekommen seien.

Regierungschef Pedro Sánchez bezeichnete den massiven Grenzübertritt der Migranten als Angriff und Verletzung der territorialen Integrität des spanischen Staates. Die Behörden entsandten zusätzliche Einheiten der Polizei, der Guardia Civil und des Militärs in die Stadt.

Mehr zum Thema – Wegen Migrantensturm auf Ceuta: Italien setzt Schengen-Abkommen mit Spanien aus