In der ersten Hälfte des Jahres 2026 importierte die Europäische Union mehr Flüssigerdgas (LNG) vom führenden russischen Projekt "Jamal-LNG" als je zuvor. Das berichtet die Financial Times (FT) unter Berufung auf Daten des Forschungsunternehmens Kpler.
Die Einkaufsmengen erreichten in den ersten sechs Monaten des Jahres ein Rekordniveau von 9,89 Millionen Tonnen – 18 Prozent mehr als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Gleichzeitig gingen die Lieferungen nach Asien um 74 Prozent zurück und beliefen sich auf etwas mehr als 510.000 Tonnen.
Nach Angaben der deutschen Organisation Urgewald zahlte Europa für die Lieferungen vermutlich bis zu 6 Milliarden Euro. Die Hauptabnehmer waren Frankreich, Belgien und Spanien, die vom Jamal-Projekt jeweils 3,6 Millionen, 2,9 Millionen und 2,7 Millionen Tonnen importierten.
Am 1. Januar 2027 tritt das EU-Verbot für langfristige Importe von russischem LNG in Kraft. Bereits jetzt verbieten die EU-Vorschriften den Einkauf der Ressource im Rahmen kurzfristiger Verträge.
Im Juni hatte der Geschäftsführer des spanischen Hafens Bilbao, Iván Jiménez, gegenüber der FT erklärt, die Einführung eines Importverbots für russisches LNG könnte zu einer kritischen Abhängigkeit der EU von Lieferungen aus den USA führen. Der US-Energieminister Chris Wright erklärte zugleich, Amerika könnte die Lieferungen seines LNG an europäische Länder einstellen, sollten diese ihre Methanemissionskontrollen nicht lockern.
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