Anthropic will Umgehungswege für KI-Zugang aus China schließen

Chinesische Unternehmen sollen laut Financial Times weiterhin KI-Dienste von Anthropic genutzt haben, obwohl der Zugang eingeschränkt ist. Der US-Anbieter will nun gegen mögliche Umgehungswege vorgehen und seine Systeme stärker absichern.

Das US-amerikanische KI-Unternehmen Anthropic will Umgehungswege schließen, die chinesischen Unternehmen erlauben, trotz Beschränkungen Zugang zu seinen Systemen zu erhalten. Das berichtet die Financial Times (FT) unter Berufung auf Quellen.

Laut der FT nutzten chinesische Unternehmen weiterhin Dienste von Anthropic, obwohl chinesischen Organisationen sowie deren kontrollierten Auslandseinheiten der Zugang untersagt ist. Um die Beschränkungen zu umgehen, seien ausländische Tochtergesellschaften, Unternehmensnetzwerke und Cloud-Plattformen zum Einsatz gekommen. Unter anderem wurde eine solche Umgehung den Unternehmen Alibaba Group, Ant Financial und ByteDance vorgeworfen.

Der FT zufolge stellte Ant Financial, die Fintech-Tochter von Alibaba, seinen Mitarbeitern Unternehmenskonten für das KI-Modell Claude zur Verfügung. Der Zugriff erfolgte über ein internes Netzwerk, das mit einem Büro in Singapur verbunden war. ByteDance, der Mutterkonzern von TikTok, gewährte zwar keinen direkten Zugang zu Claude, führte jedoch in diesem Jahr laut fünf Mitarbeitern ein Erstattungssystem ein, das den Ingenieuren erlaubte, private Abonnements der Plattform als Betriebsausgaben abzurechnen. Der Zugriff auf diese Abonnements erfolgte dabei über VPN. Diese Umgehungswege verstoßen zwar nicht gegen US- oder chinesisches Recht, stehen jedoch im Widerspruch zu den Nutzungsbedingungen von Anthropic, die chinesischen Unternehmen sowie deren Auslandsfilialen die Nutzung der Modelle untersagen.

Die US-Behörden hatten im Juni Exportkontrollen für bestimmte KI-Modelle von Anthropic im Rahmen der Cybersicherheit eingeführt. Das Unternehmen setzte diese um und schränkte den Zugang entsprechend ein. Am 27. Juni kündigte Anthropic jedoch an, die Beschränkungen teilweise wieder aufzuheben. Danach begann die Tech-Firma, den Zugang zu seinen Modellen schrittweise wiederherzustellen, darunter zu den Systemen Mythos 5 und Fable 5.

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