In Japan leben zehntausende Bären, was für die Japaner allmählich zum Problem wird. Denn in letzter Zeit ist die Bärenpopulation stark angewachsen. Gefährliche Begegnungen und Angriffe sind die Folge. Die Bärenattacken enden vermehrt tödlich oder mit schweren Verletzungen.
Im Jahr 2025 stieg die Zahl der getöteten Menschen auf 13 an, ein Rekordwert. Wie das japanische Umweltministerium dem Sender NHK mitteilte, gab es bis Juni 2026 in diesem Jahr schon vier Todesopfer und 21 Verletzte.
Auch für die Tiere endet die allzu große Nähe zu den Menschen meist unglücklich: Mehr als 12.000 Bären wurden im vergangenen Jahr gefangen oder getötet. Besonders beunruhigend: Die Bärenangriffe finden nicht nur in freier Natur, sondern auch in Wohn- und Arbeitsgebieten statt.
Aufgrund der veränderten klimatischen Bedingungen gehen die natürlichen Nahrungsquellen wie Kastanien oder Eicheln zurück. Als Konsequenz suchen sich die Bären ihre Nahrung in den Lebensmittelabfällen sowie in den Gärten und Supermärkten der Menschen. Auf der nördlichen Insel Hokkaido ist der Braunbär verbreitet, auf der Hauptinsel Honshu der bedeutend kleinere Asiatische Schwarzbär (auch Kragenbär genannt).
Nun traf es die 500.000-Einwohner-Stadt Utsunomiya, lediglich 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tokio. Üblicherweise dringen Bären nicht so weit vor. Nachdem jedoch am vergangenen Wochenende ein Schwarzbär mehrmals gesichtet und von Überwachungskameras aufgenommen worden war, entschlossen sich die Behörden, die 94 Grund- und weiterführenden Schulen der Stadt zu schließen. Denn auf dem Gelände mehrerer Schulen hatte sich der Bär zuvor mehrmals aufgehalten. Mittlerweile soll sich das Wildtier in ein Wohngebiet zurückgezogen haben.
Als weitere Vorsichtsmaßnahme ist die Bevölkerung dazu aufgerufen, den Müll nicht vor die Tür zu stellen, Fenster und Türen geschlossen zu halten und sich bei einer Begegnung mit dem Tier in ein Gebäude zu begeben. Verletzte oder Schäden wurden bisher nicht gemeldet. In der Stadt warnen Lautsprecherdurchsagen die Anwohner vor dem Tier. Polizei und der örtliche Jagdverband sind weiterhin auf der Suche nach dem Schwarzbären. Entwarnung können die Behörden vorerst nicht geben.
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