Der Rhein führt weiterhin extrem wenig Wasser. Ein niederländisches Frachtschiff steckt seit Montag in einem Hafenbecken in Düsseldorf fest, Fähren bleiben liegen – und die Industrie spürt die Folgen.
Das 135 Meter lange Schiff unter niederländischer Flagge, beladen mit Transportern, kam nach gescheiterten Drehmanövern nicht mehr frei. Ein Schlepper könne das Schiff bei dem aktuellen Pegel nicht gefahrlos lösen, so die Wasserschutzpolizei. Es bleibe nur, auf steigendes Wasser zu warten. Der Verkehr auf dem Rhein selbst ist nicht blockiert.
Am Dienstag lag der Pegel in Köln bei rund 42 Zentimetern, in Düsseldorf bei etwa minus 7 bis minus 8 Zentimetern, in Kaub bei wenigen Zentimetern. In Köln war zuvor mit 40 Zentimetern ein Rekordtief gemessen worden. Die Fahrrinne ist tiefer als der Uferpegel, trotzdem können viele Schiffe nur noch stark eingeschränkt oder gar nicht mehr fahren.
Die Rheinfährbetriebe W. Jansen & Söhne (Düsseldorf–Zons) haben erstmals Kurzarbeit beantragt. In diesem Jahr fiel die Fähre bereits mehr als 40 Tage aus. "Es geht nicht anders", sagte Betreiber Jens Jansen. Andere Rheinfähren stehen ebenfalls still.
Wirtschaftlich trifft das vor allem Chemie, Stahl und Mineralöl. Über den Rhein läuft ein Großteil des deutschen Binnenschiffsgüterverkehrs. Schiffe transportieren nur noch einen Bruchteil der üblichen Ladung, Frachtraten sind stark gestiegen, Transporte weichen teurer auf Lkw und Bahn aus. Institute rechnen mit Produktionsdämpfung und einem leichten BIP-Effekt im dritten Quartal. Eine rasche Entspannung ist ohne anhaltenden Regen nicht in Sicht.
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