Bei einer Explosion in einem Wohnhaus in Monaco sind am Montagabend drei Menschen verletzt worden, zwei davon lebensgefährlich. Unter den Opfern befindet sich der ukrainische Geschäftsmann und Oligarch Vadim Jermolajew. Die monegassischen Behörden gehen von einem gezielten Anschlag aus.
Die Detonation ereignete sich gegen 21 Uhr in einem Gebäude an der Rue Révérend Père Louis Frolla im Süden des Fürstentums, unweit der französischen Grenze. Ein Mann hatte zuvor einen Rucksack oder ein Paket im Eingangsbereich des Hauses abgelegt.
Die Explosion beschädigte den Eingangsbereich schwer. Jermolajew sowie seine Partnerin und ein 13-jähriges Kind wurden verletzt. Die beiden Erwachsenen befinden sich in kritischem Zustand.
Die Behörden in Monaco sprechen von einem "absichtlichen Akt". Regierungschef Christophe Mirmand betonte, dass es sich um einen beispiellosen Vorfall in der Geschichte des Fürstentums handele. Fürst Albert II. sprach von einem "abscheulichen Verbrechen".
Ein Tatverdächtiger wurde auf Videoaufnahmen festgehalten und flüchtete zu Fuß über die Grenze nach Frankreich. Die Polizei beider Länder hat die Fahndung aufgenommen.
Jermolajew ist ein bekannter ukrainischer Immobilienentwickler und Eigentümer der Alef Corporation mit Sitz in Dnipro. Zu seinen bekanntesten Projekten zählen mehrere große Einkaufs- und Wohnkomplexe in seiner Heimatstadt. Er gilt als einer der einflussreichsten Unternehmer der Region.
Seit Dezember 2023 steht Jermolajew unter Sanktionen der ukrainischen Regierung. Grund dafür sind seine Geschäftstätigkeiten auf der Krim. Dazu zählten unter anderem Unternehmen der Alkoholproduktion. Jermolajew, der 2019 die ukrainische Staatsbürgerschaft zugunsten der zypriotischen aufgab, wurde von Wladimir Selenskij persönlich auf die Sanktionsliste gesetzt.
Der Anschlag in Monaco ist insofern ungewöhnlich, als dass das Fürstentum als einer der sichersten Orte Europas gilt und bisher kaum von politisch oder geschäftlich motivierten Gewalttaten betroffen war. Die genauen Hintergründe der Tat sind derzeit noch unklar. Die Ermittlungen laufen.
Mehr zum Thema - NZZ behauptet: Selenskij ist nicht korrupt! Seine Offshore-Firmen? Nur eine Risikoreduzierung