In Nepal wächst die Zahl der Opfer der Überflutung im Norden des Landes stetig: Allein die Zahl der bestätigten Todesopfer liegt mittlerweile bei über 900. Dies vermeldet die nepalesische Nationale Behörde für Katastrophenrisikominderung und -management. Vermisst werden derweil gut viertausend weitere Personen, darunter 592 Ausländer sowie mindestens 933 Mitarbeiter der Wasserkraftwerksinfrastruktur des Landes, die in verschiedenen Tunneln festsitzen könnten.
Immerhin gut zehntausend Menschen in den betroffenen Gebieten konnten vor den Fluten gerettet werden.
Dharmaraj Upreti, Leiter der Katastrophenschutzbehörde, beklagt Schwierigkeiten bei der Lieferung humanitärer Hilfsgüter und bei der Durchführung von Rettungsoperationen – bereits überflutete beziehungsweise gesperrte Straßen in den betroffenen Landesteilen machen den Rettungskräften zu schaffen. Upreti wörtlich:
"Hubschrauber bleiben da unsere einzige Wahl – doch auch sie unterliegen Einschränkungen. Zusätzlich macht das Risiko weiterer Überflutungen, die weitere Straßenversperrungen verursachen können, den Verlauf der Rettungsoperationen unberechenbar."
Besagtes Risiko weiterer Sturzfluten besteht unter anderem in Form eines natürlich aufgestauten Sees etwas flussabwärts vom Gletscherbruch. Dieser entstand infolge der ursprünglichen Sturzflut, als Gestein, Eis und Geröll den Abfluss blockierten, und könnte seinerseits ausbrechen.
Als wäre dies alles nicht genug, müssen nebenher noch die Leichen der Flutopfer so schnell wie möglich geborgen werden, so der Katastrophenschutzbeamte:
"Die schwierigste Aufgabe ist aktuell das Bergen der Leichen. Falls die Leichen nicht rechtzeitig geborgen werden, wird angesichts des heißen Wetters deren Verwesung ernstzunehmende Seuchenrisiken schaffen."
Die Naturkatastrophe brach am Morgen des 26. August 2026 über Nepal herein. Nach vorläufigen Daten wurde die Flut durch einen Gletscherbruch und einen Erdrutsch an einem Gletscher an der Grenze zu China verursacht – etwa 20 Kilometer nordöstlich des Grenzübergangs Rasuwagadhi. Ein Murgang – ein mächtiger Schwall aus Wasser, Gestein und Ablagerungen – legte in Windeseile eine Strecke von über 70 Kilometern durch zwei Flussbetten zurück und zerstörte dabei mehrere Ortschaften, wobei er gleichzeitig eine große Landfläche überflutete.
Russlands Botschaft in Katmandu teilt mit, dass derzeit neun russische Staatsbürger in Nepal nicht erreicht werden können. Vermisst werden nach letztem Datenstand auch acht Deutsche. Bei der Mehrheit der ausländischen Vermissten handelt es sich um Inder.
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