Wird die BRICS-Gruppe in der Lage sein, die Ölblockade gegen Kuba zu durchbrechen?

Am kommenden Wochenende findet das BRICS-Gipfeltreffen in Indien statt. Der kubanische Journaliste López Blanch sieht darin eine gute Gelegenheit, die politische Initiative zu ergreifen und Treibstoff nach Kuba zu liefern. Damit könnte das unmenschliche und arrogante Vorgehen der USA durchbrochen werden, die versuchen, die kubanische Revolution mit einer Ölblockade zu vernichten.

Von Hedelberto López Blanch

Am 12. und 13. September findet in Neu-Delhi, Indien, der 18. BRICS-Gipfel mit den Mitgliedsländern, assoziierten Ländern und geladenen Gästen unter dem Motto "Aufbau für Resilienz, Innovation, Kooperation und Nachhaltigkeit" statt.

Das indische Außenministerium teilte mit, dass die Veranstaltung im Bharat Mandapam Convention Centre in Neu-Delhi stattfinden wird und die Teilnehmer sich über die Stärkung der internen Kooperation der BRICS-Staaten im Hinblick auf gemeinsame Prioritäten austauschen und Perspektiven über globale und regionale Themen von gegenseitigem Interesse teilen werden.

Dies wäre eine gute Gelegenheit für die BRICS, als fortschrittliche Organisation, die für die Verwirklichung einer multipolaren Welt kämpft, die politische Initiative zu ergreifen und Treibstoff nach Kuba zu liefern, und damit das unmenschliche und arrogante Vorgehen der USA zu durchbrechen, die versuchen, die kubanische Revolution mit einer eisernen Ölblockade zu vernichten.

Wie kubanische Führungspersönlichkeiten und solidarische und fortschrittliche Organisationen weltweit angeprangert haben, ist das, was der verurteilte US-Präsident Donald Trump und sein Außenminister Marco Rubio begehen, ein Genozid an der kubanischen Bevölkerung.

In der Abschlusserklärung des Treffens der Außenminister der BRICS-Gruppe am 12. und 13. Mai dieses Jahres in Neu-Delhi bekräftigten die Teilnehmer die Notwendigkeit, den wirtschaftlichen, handelspolitischen und finanziellen Maßnahmen gegen Kuba ein Ende zu setzen.

Wir erinnern daran, dass Trump am 29. Januar eine Präsidialverordnung unterzeichnet hat, mit der er angesichts einer absurden "außergewöhnlichen Bedrohung" für die Sicherheit der USA und der Region, die die Karibikinsel darstelle, den "nationalen Notstand" erklärte.

Auf dieser Grundlage kündigte er die Verhängung von Zöllen gegen Länder an, die Öl an die Karibiknation verkaufen, hinzu kommen Drohungen mit Vergeltungsmaßnahmen gegen diejenigen, die gegen die Präsidialverordnung des Weißen Hauses verstoßen.

Durch die Verschärfung der Blockade, die Washington seit mehr als 60 Jahren gegen Kuba aufrechterhält, und da keine Möglichkeit besteht, Öl auf irgendeinem Markt zu erwerben, sind die Versorgungsleistungen in den Bereichen Strom, Ernährung, Gesundheit, Bildung und Transport stark beeinträchtigt.

Bei dem Treffen der Außenminister in Neu-Delhi prangerte Kubas Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla an, dass "die USA mit diesem kriminellen Akt, der gegen das Völkerrecht sowie gegen die Ziele und Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen verstößt, der ganzen Welt die Verpflichtung auferlegen wollen, die Blockade gegen Kuba einzuhalten, ohne Rücksicht auf die Souveränität der einzelnen Regierungen und den Willen ihrer Völker."

Im Folgenden erklärte er, dass nur eine breite und entschlossene internationale Koalition es ermöglichen werde, der globalen Plünderung durch die Vereinigten Staaten erfolgreich entgegenzutreten, die zum Scheitern verurteilt sei, wenn sich die Länder der Welt nicht einschüchtern ließen. In diesem Zusammenhang sei die Reform der globalen Governance und des multilateralen Systems kein bloßes Anliegen, sondern eine dringende und unverzichtbare politische Notwendigkeit, betonte er.

Die Stärke der BRICS-Gruppe ist unbestreitbar. Im Jahr 2006 bestand sie aus Brasilien, Russland, Indien und China, 2011 kam Südafrika dazu, und im Jahr 2024 wurden Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Äthiopien, Iran und später Indonesien ständige Mitglieder. Seit Januar 2025 sind Kuba, Bolivien, Weißrussland, Usbekistan, Malaysia, Kasachstan, Uganda und Thailand assoziierte Mitglieder.

Mit all ihren Mitgliedern und assoziierten Partnern hat Havanna im Lauf der Jahre eine bedeutende Freundschaft und Zusammenarbeit aufrechterhalten.

Die Gruppe hat globalen Einfluss, da sie 46 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und 55 Prozent der Weltbevölkerung repräsentiert.

Angesichts dieser Umstände erlaube ich mir zu fragen:

Werden die Regierungen der Welt und insbesondere die BRICS-Staaten zulassen, dass ein Völkermord an Kuba begangen wird, wie er durch die aggressive und unmenschliche Politik des US-Imperiums gegen die Insel derzeit betrieben wird?

Werden internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen, die BRICS, die Afrikanische Union, die Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU), die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) oder der Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN), mit denen Havanna gute Beziehungen hat, noch länger hinnehmen, dass die Vereinigten Staaten weiterhin Druck ausüben, damit diese Länder das dringend benötigte Erdöl nicht liefern?

Wie lange noch werden die mit Kuba befreundeten Nationen (von denen viele ebenfalls unter Erpressungsmaßnahmen gelitten haben, die euphemistisch als "Sanktionen" bezeichnet werden) den völkermörderischen und ungerechten Handlungen Washingtons Folge leisten?

Können sie sich nicht alle darauf einigen, Treibstoff nach Kuba zu liefern, einem Land, das unter einem der gnadenlosesten Kriege leidet, den ein zwar im Niedergang begriffenes, aber äußerst aggressives Imperium gegen es führt?

Während seiner Rede anlässlich der Feierlichkeiten zum 26. Juli erklärte der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel Bermúdez:

"Wir prangern an, dass diejenigen, die diese Politik der Erstickung konzipiert haben, die sie umsetzen und aufrechterhalten, für das Leiden des kubanischen Volkes verantwortlich sind. Wir prangern auch diejenigen an, die schweigen und die Gewaltakte der dreisten faschistischen Ultrarechten in den USA dulden, die lügen, stehlen, töten und sich zum Gott aller Schicksale aufschwingen zu wollen."

Kürzlich betonte Díaz-Canel angesichts der umfangreichen solidarischen Unterstützung mit Lebensmitteln, Solarmodulen und anderen Hilfsgütern, die die Volksrepublik China auf die Insel geschickt hat:

"Während ein Imperium uns mit einer Blockade stranguliert, die bereits mehr als sechs Jahrzehnte andauert, hat ein Bruderland beschlossen, uns bedingungslos die Hand zu reichen. Das ist reine Solidarität, es ist keine Wohltätigkeit, es ist Gerechtigkeit."

Und er fügte hinzu:

"Kuba hat der Welt Ärzte, Lehrer und Impfstoffe gegeben. Wir entsenden Brigaden an die entlegensten Orte der Welt. Wir teilen das Wenige, das wir haben. Wir sind ein Beispiel für Menschlichkeit. Jetzt, wo wir es am dringendsten brauchen, erwidert jemand diese Geste. Und das ist kein Gefallen, es ist eine Anerkennung, dass die Blockade kein Problem Kubas ist, sondern ein Problem der Menschheit."

Deshalb denke ich, dass es an der Zeit ist, dieser wahnhaften unipolaren Welt, die die USA weiterhin aufzwingen wollen, Einhalt zu gebieten und zur politischen Aktion überzugehen, um eine wahrhaft multipolare Welt zu schaffen.

Aus dem Spanischen übersetzt von Olga Espín.

Hedelberto López Blanch aus Kuba ist Journalist und Schriftsteller. Er lebt in Havanna.

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